frei   …    und anders leben

Mal ganz direkt: „Bist du frei?“ -  -  Wer kann das sagen „Ich bin frei“? Bin ich frei, wenn ich frei habe, wenn mir niemand vorschreibt, was ich im Moment tun soll? Bin ich frei, wenn ich verheiratet bin? ... oder eher, wenn nicht? Bin ich frei, wenn ich im Gottesdienst sitze…  oder eher, wenn nicht? Leben wir frei in unserer „freiheitlich demokratischen Grundordnung“? Oder besser ohne diese, wie einige es fordern?

Was ist das eigentlich:  So richtig rundherum frei sein? 

Kannst du dir vorstellen, dass die unverschämt scharfen Worte, die Jesus auf dem Berg zu seinen Jüngern spricht (zu finden im Matthäusevangelium, Kapitel 5 – 7), ein einzigartiges „Dokument der Freiheit“ sind? Dass Jesus damit die ultimative Freiheit seines Reiches beschreibt? Vielleicht ist das nicht dein erster Gedanke, wenn Jesus dort sagt: „Ich aber sage euch, liebt eure Feinde“ … oder: „Selig sind die, die Leid tragen“… oder: „Wer eine Frau begehrend ansieht, der hat die Ehe gebrochen“ … oder: „Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, halte ihm auch die andere hin.“  …

Wir bekommen das schwerlich zusammen. Und doch sagt Jesus, dass er mit der Predigt auf dem Berg die ultimative „gute Nachricht des Reiches Gottes“ verkündet (Matthäus 4, 23). … und zwar für unser alltägliches Leben. Er beschreibt zusammengefasst die Prinzipien des Reiches Gottes für unser Leben in dieser Welt und die - so sagt er - „werden euch frei machen, wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe.“ (Johannes 8, 31.32)

Mal ehrlich:  Sind (wir) Christen frei? Wir nennen uns als Gemeinde  doch auch „Freie evangelische Gemeinde“. Oder sind Nichtchristen freier? Wie erlebst du das? Erleben andere, was wir singen: „free indeed“ „wirklich frei“? Ich glaube – und wünsche mir sehr, dass wir Jesus so erkennen -, dass andere die Freiheit der Christen höchst faszinierend und unbedingt anziehend erleben können. Müssen wir dafür etwas verändern? Falls ja, dann lasst uns tun, was an uns liegt, lasst uns wirklich „anders leben“.  Mal sehen, was uns Jesus auf dem Berg in den nächsten Monaten zu sagen hat.

Klaus Nieland